Grund- und Mittelschule Velden

Wissenschaf(f)t Igelschutz

von Roland Regahl

Sensibilisierung zum Thema Artenschutz beginnt im Kindesalter 

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) ist weiterhin auf die Mithilfe aufmerksamer Bürgerforscher angewiesen. Die erfassten Meldungen liefern wertvolle Informationen, die zeigen, wie es um die Igelpopulation in Bayern bestellt ist. Anhand der gewonnenen Daten sollen darüber hinaus Schutzmaßnahmen für das beliebte Stacheltier abgeleitet werden. Ein weiterer Punkt des Projekts zielt auf die Sensibilisierung der Bevölkerung ab, die bereits im Grundschulalter beginnt.

Als positives Beispiel ist die Grund- und Mittelschule Velden anzuführen. In den zweiten Klassen wurde im Heimat- und Sachunterricht vor Kurzem ein Igel-Vortrag realisiert. Maximilian Auer von der LBV-Igelberatung folgte dieser Einladung. Er vermittelte den Kindern in je einer Schulstunde wertvolle Tipps, wie ein  igelfreundlicher Garten aussehen sollte und wie man den stacheligen Freund jetzt im Herbst richtig unterstützen kann. Auer legt darauf Wert, dass die Grundschüler ihr (Schul-)wissen mit Fachinformationen vernetzen. Nur so wird bereits in jungen Jahren der richtige Umgang mit dem heimischen Wildtier erlernt, wodurch dem Insektenfresser ein optimaler Schutz geboten werden kann. 

Auer merkte an, dass nur verletzte, kranke und allein nicht überlebensfähige Igel in die Obhut des Menschen gebracht werden dürfen, da es sich um ein geschütztes Wildtier handelt. Vor allem präferierte er die regelmäßige Futterspende im Herbst. Der Igelschützer erklärte den wissbegierigen Heranwachsenden, dass ein Igel zum gegenwärtigen Zeitpunkt um 600 Gramm auf die Waage bringen muss, um als überlebensfähig zu gelten.

Die überwiegend im August sowie September geborenen Jungtiere wiegen gegenwärtig um 300 Gramm. Mit einer gezielten Futtergabe aus Rinderhack, Katzennassfutter, Rührei wie auch Hühnerklein kann man helfen.

Der Igelexperte erklärte den Kindern, dass nicht jeder Stachelträger im Herbst unkontrolliert eingesammelt werden darf. Ein bewusstes Abwägen, ob das Tier alleine nicht überlebensfähig ist und damit in die menschliche Obhut gebracht werden muss, ist unumgänglich. Bei Unsicherheit ist es hilfreich, im Vorfeld eine Igel-Beratungsstelle zu kontaktieren. Diese Hinweise wurden sogleich um einen Appell ergänzt. In den Gärten sollte möglichst viel Nistmaterial wie Laub, Schilf oder Stroh liegen bleiben, damit der Winterschläfer die kalten Monate in seinem Nest verschlafen kann. Auer plädierte auch für das Aufstellen von Wasserschälchen.

Mittels einer altersgerechten Präsentation sowie Filmausschnitten konnte den Heranwachsenden gezeigt werden, wie ein igelfreundlicher und -sicherer Garten aussieht. Zudem wurde klar, dass dem stacheligen Gesellen auf lange Sicht nur durch die Vernetzung der Grundstücke, die Schaffung von strukturreichen wie auch insektenfreundlichen Gärten mit Blühhecken und Teichausstiegshilfen geholfen werden kann. Auch die Bereitstellung von natürlichen Unterschlupfmöglichkeiten – zum Beispiel unter Holzstößen – ist hierbei anzuführen.

Die Kinder können einige der vorgestellten Schutzmaßnahmen selbstständig umsetzen, die neben dem Spaß auch einen wertvollen Beitrag zur Lebensraumerhaltung leisten. Nur durch das Zusammenspiel von erwachsenen und jungen Bürgerforschern können Lebensräume erhalten sowie unser heimischer Gartenbewohner geschützt werden. Weitere wissenswerte Informationen liefert das Projekt „Igel-in-Bayern“ unter www.igel-in-bayern.de.

 

 

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