Grund- und Mittelschule Velden

Wider die Weihnachtsdeppen

von Roland Regahl

Markus Tremmel liest – auf dass Advent und Weihnachten heuer anders werden

Advent und Weihnachten – aber heuer anders! Unter diesem Motto hat der Journalist und Autor Markus Tremmel das Publikum in der Grund- und Mittelschule Velden auf die kommenden Wochen vorbereitet. Denn da kann jetzt einiges aus dem Ruder laufen. Dieser Abend aber verlief schon einmal fein, auch durch die einfühlsame Begleitung der Hausmusik Daxauer.

Der Wambacher BR-Moderator las hauptsächlich aus seinem derzeit vergriffenen Büchlein „Wieder Weinachten“ und warnte seine Zuhörer zunächst „mit den Worten unseres inzwischen verstorbenen Ruhestandspfarrers“ vor dem „Weihnachtsdeppen“: dem bald wieder allerorten auftretenden Weihnachtsmann. Tremmel erklärte dabei in seinem Text auch die historische Entwicklung seit der Reformation: weg vom ursprünglichen Geschenkebringer Nikolaus hin zum (zuerst protestantischen) Christkind und über den Umweg USA wieder zurück zum heutigen Weihnachtsmann.

In der Beschreibung diverser Advents- und Weihnachtsfeiern werden sich viele der rund 140 Gäste wiedergefunden haben. „Ansprache, Nikolaus, Verserl, die sich selten reimen, fast nie einen Takt haben, Lied O du fröhliche, Prost!“ Und doch, so Tremmel nach der eher kritischen Bestandsaufnahme, könnte man was lernen aus dieser „doch irgendwie fröhlichen und schönen Adventszeit“, wo man akkurat zur hektischsten Phase des Jahres Zeit fände, sich entspannt zusammenzusetzen, wo „der Andere plötzlich – zum ersten und einzigen Mal im Jahr – vom Kollegen zum Mensch mutiert“.

Der Wambacher, der mehrmals im Jahr mit Gruppen nach Russland fährt, las auch Auszüge aus der stimmungsvollen Beschreibung eines russischen Autors über die vorrevolutionäre Moskauer Weihnachtszeit – und lud die Anwesenden ein: „Fahrts amoi mit – Russland  is schee, wunderschee vor allem auch im Winter!“

Am Ende, als sich der Theologe Tremmel auch einigen Krippenfiguren genähert und ein „zeitgemäßes Kripperl“ mit ziemlich viel Ruinen und (Kriegs-)Chaos errichtet hatte, hoffte er noch auf eine Erfolgsmeldung, die man leider bloß „nie in der Zeitung liest“: das Weihnachstfest sei heuer besonders schön gewesen; stattdessen werde man vom „rekordverdächtigen Weihnachtsgeschäft“ lesen. Eine andere Erfolgsmeldung werde es dann aber doch „morgen in die Zeitung schaffen“, vermutete Tremmel – jene nämlich, die Theresa Schref aus der Klasse 4b gleich darauf vorausblickend vortrug: dass den Leuten dieser Abend so gut gefallen hätte, dass sie großzügig spendeten und nun die Schüler der Grund- und Mittelschule Velden wieder in schöne Projekte investieren könnten. Und so war es dann auch.

 

 

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