Grund- und Mittelschule Velden

„So fühlt sich Demokratie an: Schüler testen Wahlkabine und Entscheidungswege“

von Administrator

Demokratie hautnah erleben – dieses Ziel stand im Mittelpunkt der Demokratietage an der Mittelschule Velden. Gleich zwei Highlights sorgten dafür, dass politische Bildung nicht nur verstanden, sondern richtig erlebt wurde: die U18‑Wahl und das Quararospiel, ein Lernspiel rund um demokratische Entscheidungswege.

U18‑Wahl: Wie die Großen – nur früher

Da im Landkreis Landshut die Kommunalwahlen vor der Tür stehen, bot sich für die Schülerinnen und Schüler eine besondere Gelegenheit: Sie konnten ihre Stimme bereits vorab in einer echten Wahlsimulation abgeben.
Mit originalgetreuen Stimmzetteln, Wahlkabinen und Wahlurnen herrschte im Schulhaus echte Wahlatmosphäre – ganz wie bei den Erwachsenen. Vorab fand die wichtigste Phase statt: sich richtig informieren. Besonders freuten sich die Schüler daher über den Besuch von Bürgermeister Maier, der sich Zeit nahm, die Jugendlichen persönlich zu begrüßen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Er erklärte den Kindern wie er zum Gemeinderat und Bürgermeisteramt gekommen sei und warum er diese Ämter gerne ausführe.  Vorbilder hätten bei ihm eine wichtige Rolle gespielt, so Anton Maier. Er habe sich schon immer für seinen Ort und die Lebensverhältnisse dort interessiert. Als Kind sei sein Nachbar ebenfalls Bürgermeister in seiner kleinen Gemeinde gewesen. Der Respekt vor ihm und wie er mit den Menschen umgegangen sei, hätte ihn für das Bürgermeisteramt begeistert. Er erklärte den Jugendlichen aber auch, dass er als ein nebenamtlicher Bürgermeister viel zusätzliche Zeit investieren müsse, 30 Stunden und Abendtermine seien normal. Aber auch als Jugendlicher könne man sich in der Gemeinde engagieren. „Vor allem aber: Nehmt euer Wahlrecht wahr, informiert euch, weil es immer Unterschiede gibt “., mahnte Maier.  Auf die Nachteile des Bürgermeisteramtes angesprochen, meinte er, man müsse kompromissbreit sein, denn nicht immer erhielte man 100 % recht und man müsse ein dickes Fall haben, denn nicht jede Unterhaltung wäre angenehm. Trotzdem sehe er sein bisheriges Amt sehr positiv und er wäre noch nicht bedroht worden. Bürgermeister Maier besichtigte mit dem Schülerwahlhelferteam die Wahlkabinen und nahm Einblick in die Juniorwahl und lobte das große Interesse: „Demokratie lebt davon, dass Menschen mitmachen – und hier sieht man, dass unsere jungen Bürger bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.“

Für viele Schüler war das ein besonderer Moment: Der Bürgermeister in ihrer Schule, direkt an der Wahlurne – das machte die Bedeutung der Wahl noch einmal greifbar. Die Schüler zeigten sich beeindruckt: „Als der Bürgermeister da war, hatte ich das Gefühl, dass unsere Meinung wirklich zählt.“

 

Quararospiel: Demokratie spielend verstehen

Parallel zur U18‑Wahl wagten die Klassen 6 und 7 einen tiefen Blick in die Welt der Entscheidungsfindung – mit dem Demokratiespiel Quararo.
Hier ging es nicht um richtig oder falsch, sondern um Wege zu fairen Entscheidungen: Mehrheit, Konsens, Vertretung oder Diskussion.

Ein Beispiel aus der 7. Klasse: Die Jugendlichen mussten eine Bussituation lösen.
Wem bietet man seinen Platz an? Dem mürrischen Rentner mit Gehstock, der über die Jugend schimpft, dem verletzten Uniformierten, der sich angeregt unterhält oder der schwangeren Mutter mit Kind? Die Klasse merkte schnell: Demokratie heißt abwägen, zuhören, Verantwortung übernehmen.

Auch in der 6. Klasse wurde es spannend: Die Klasse sollte entscheiden, in welches Restaurant ein gemeinsamer Ausflug gehen soll – vegetarisch, fleischlastig oder doch Burger? Klingt einfach – war aber gar nicht so leicht. Denn jede Entscheidungsform bedeutete eine andere Art, miteinander ins Gespräch zu kommen. Ein Schüler brachte es treffend auf den Punkt: „Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, seine Meinung nicht einfach so herzugeben – sonst bereut man es hinterher.“

Unterstützt wurden die Schüler engagiert von Frau Wisniewsky und ihrem Team sowie der Jugendsozialarbeiterin Frau Brandlmeier, die das Spiel mit viel pädagogischem Fingerspitzengefühl begleiteten.

 

 

 

Zurück