Grund- und Mittelschule Velden

Sicherer Umgang mit dem Netz

von Roland Regahl

Jörg Kabierske beeindruckt Mittelschüler

Kürzlich bot Jörg Kabierske, Gründer der Medieninitiative Klicksalat.de, für die siebten bis neunten Klassen zwei unterschiedliche Workshops über den Umgang mit dem Internet an. Dabei gelang es dem Regensburger, die Kinder und Jugendlichen mit zahlreichen Praxisbeispielen zu beeindrucken und zu Reaktionen oder Fragen zu animieren. Unterstützt wurden die beiden Projekte durch die Kommunale Jugendarbeit des Landkreises Landshut, die die Hälfte der Kosten übernahm.

Jugendliche und auch schon die meisten Kinder nutzen heutzutage digitale Medien intuitiv und selbstverständlich. Sie beschäfigen sich mit Youtube, Whatsapp, Tiktok oder Instagram, schauen Videos an, laden Musik herunter, spielen online oder veröffentlichen Filmchen, Fotos und Kommentare über sich und andere. Dabei begeben sie sich teilweise  in rechtliche Grauzonen, sind potenziell gefährdet oder begehen sogar Straftaten. Dem Regensburger Medienpädagogen ging es darum, den Schülern dies bewusst zu machen und mögliche Gefahren oder falsche Verhaltensweisen aufzuzeigen. Dabei merkte man ihm seine mehr als 20-jährige Erfahrung mit Besuchen an über 1000 Schulen an, denn er arbeitete nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern ermöglichte mit treffenden Beispielen Einsichten und Nachdenklichkeit.

Für die beiden älteren Jahrgangsstufen hatte er in Zusammenarbeit mit Diplom-Sozialpädagogin Sabine Brandlmaier ein speziell auf sie zugeschnittenen Vortrag ausgearbeitet. Dabei hatte er sich sechs Schwerpunkte gesetzt: Apps in Datenwolken, Straftaten, was man unbedingt vermeiden sollte, Jugendschutz, Cybergrooming und Umgang mit der Privatsphäre. Hinweise zum richtigen Einstellen von Apps und Geräten leiteten das erste Thema ein. Er wies darauf hin, dass jede App eine Wolke sei, in der alles langfristig gespeichert werde. Er riet deshalb möglichst wenig Privates ins Internet zu stellen und zur Datensparsamkeit. Bereits ab sieben Jahren sind Kinder deliktfähig, ab 14 bedingt und ab 18 Jahren voll strafmündig. Kabierske zeigte an eindringlichen Beispielen straf- und zivilrechtliche Konsequenzen für Online-Fehlverhalten auf. Er ging dabei insbesondere auf das Verbreiten von Beleidigungen, Gerüchten und Lügen ein, warnte vor der Verbreitung verbotener Symbole und Nötigungen.

Vermeiden sollten die Schüler unbedingt auch negative Kommentare über das Aussehen, die Hautfarbe, das Geschlecht, die Religionszugehörigkeit, gesundheitliche Einschränkungen oder auch die Namensgebung. Viele Schüler schauen sich auf den verschiedensten Plattformen auch Pornos an. Diese -so unterstrich er- vermitteln ein völlig irreales Bild von Sexualität, da die Darsteller für Geld und zum Teil auch unter Zwang arbeiten. Er warnte deshalb davor, solche Videos oder Filme mit Gewaltdarstellungen zu teilen. Mit dem Begriff „Cybergrooming“ konnten die wenigsten Zuhörer etwas anfangen. Dabei handelt es sich um die Anbahnung sexueller Handlungen von erwachsenen Personen, die den Kontakt mit Kindern und Jugendlichen suchen und sich deren Vertrauen erschleichen. Wichtig sei es vor allem, seine Privatsphäre und die von anderen zu schützen. Man müsse zum Beispiel im Urlaub nicht alles filmen und so überhaupt nicht mitbekommen, wie schön der jeweilige Ort eigentlich sei. Vor allem dürfe man keine Fotos, Filme oder Sticker von anderen ohne deren Einverständnis verbreiten oder auch nur teilen.

Darüber hinaus beschäftigte er sich auch mit der Frage, was Menschen eigentlich wertvoll macht. Ist es tatsächlich die Zahl von Likes oder Followers? Ein weiteres Thema war unter anderem die Macht der Influencer auf Youtube, Instagram oder TikTok. So bekamen die interessiert zuhörenden und sich mit Fragen einbringenden Schüler ein breites Spektrum an Aspekten im Umgang mit digitalen Medien zu hören, was sich positiv auf ihr diesbezügliches Verhalten auswirken sollte.

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