Grund- und Mittelschule Velden

Musikalische Tage in der Volksmusikakademie Freyung

von Administrator Velden

 

In Freyung spielte nicht nur die Musik

Die 4. Klassen der Grundschule Velden verbrachten ereignisreiche Tage in der Volksmusikakademie

Dass ein gutes Rehragout auch musikalisch funktioniert, erlebten 65 Kinder der Klassen 4a, 4b und 4c der Grundschule Velden bei einem dreitägigen Schullandheimaufenthalt in der Volksmusikakademie. Mit ihrem temperamentvoll vorgetragenen „Lied vom Rehragout“ wurden sie in Freyung auf Anhieb zu Publikumslieblingen.

Schon kurz nach der Ankunft verwandelte sich das historische Gebäude im Zentrum der Bayerwaldstadt in eine Mischung aus Tanzboden und Konzertsaal. Dass der musikalische Funke rasch auf die Gruppe übersprang, dafür sorgten federführend Musikpädagogin Birgit Tomys und Dominik Hilgart, Leiter des Projekts „Regionale Musik für alle“. Sie weckten mit lustigen Spaß- und Kinderliedern die Lust am gemeinsamen Singen und zeigten den Viertklässlern Tanzschritte für Volkstänze wie „Mei Muatter macht’s a so“ oder „Kikerikiki“. Die Schülerinnen und Schüler lernten außerdem unterschiedliche Instrumentenfamilien kennen, nahmen deren Bauteile unter die Lupe und erforschten, wie ein Ton erzeugt wird. In der Volksmusikakademie stehen weit über hundert kindgerechte Instrumente – vom Alphorn bis zur Zither – bereit, von denen die Kinder viele erproben durften. „Die Geige finde ich besonders schön!“, meinten einige und bei manch einem kam der Wunsch auf, ein Musikinstrument zu erlernen.

Der musikalische Höhepunkt folgte am zweiten Abend bei der „Gewölbesitzweil“ im historischen Gewölbe der Akademie. Dort präsentierten die Klassen - begleitet von Walter Kampf auf dem Akkordeon - den zahlreich erschienenen Gästen das „Lied vom Rehragout“ – und sorgten mit ihrem Spontanauftritt für Begeisterung. Einige Kinder waren schon im Schlafanzug, was dem Auftritt eine herrlich ungezwungene und herzliche Note verlieh. Selten dürfte ein Wildgericht musikalisch derart gefeiert worden sein: Der Refrain saß und das Publikum spendete tosenden Applaus.

Nicht nur die regionale Musik, auch die Region lernten die Kinder kennen. Hoch hinaus ging es in der „Kletterwolke“ am Geyersberg. Ein Geflecht aus Seilen und Netzen spannt sich dort mehrere Meter über dem Boden. Manche Kinder stürmten sofort los, andere verhandelten erst einmal mit ihrer Höhenangst. Unten wurde angefeuert, oben kurz gezweifelt – und am Ende doch weitergeklettert. Wer schließlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, war sich der Bewunderung der Lehrkräfte Iris Lautenbacher, Martina Halser, Susanne Boger, Luisa Holzner, Anneliese Held und Walter Kampf sicher.

Am nächsten Tag ging es in den Nationalpark Bayerischer Wald. Auf dem Baumwipfelpfad in Neuschönau ergaben sich faszinierende Ausblicke in luftiger Höhe. Beim Spaziergang durch das Tier-Freigelände konnten die Kinder Auerhühner und die kunstvollen Bauwerke des Bibers bewundern. Dabei lernten sie ganz nebenbei, dass ein Wald nicht ordentlich aussehen muss, um gesund zu sein und dass abgestorbene Bäume voller Leben stecken.

Ein weiterer Höhe- und Schlusspunkt der Reise war der Besuch der Bayerischen Landesausstellung 2026 unter dem Titel „Musik in Bayern“, die bis November im TonYversum in Freyung zu sehen ist. Bunt, laut, leise – auf vielfältige Art erlebten die Kinder eine musikalische Zeitreise durch die Jahrhunderte. Die kindgerechte Führung setzte auf Zuhören und Mitmachen und erlaubte das, was Kinder am besten können: ausprobieren. Die Viertklässler waren begeistert von den zahlreichen Stationen, an denen gelauscht, getastet und gespürt werden konnte und erlebten, wie sehr Musik berührt. In den Workshops „Circle Singing“, „Trommelzirkus“ und „Dance Club“ ging im wahrsten Sinne die Post ab.

Mit Taschen voller verschwitzter Kleidung, Schuhen mit Waldspuren und abenteuerlichen Geschichten in den Köpfen der Kinder ging es in die Heimat zurück. Vor allem aber mit der Erfahrung, dass Gemeinschaft manchmal genau dort entsteht, wo niemand perfekt sein muss: auf Seilen in luftiger Höhe, zwischen Baumwipfeln oder mitten im Takt eines Zwiefachen. Und mit der Erkenntnis, dass ein gutes Rehragout hervorragend musikalisch funktioniert.

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