Grund- und Mittelschule Velden

Musi, Gsang und KulTour im Bayerischen Wald

von Roland Regahl

Die vierten Klassen der Grundschule Velden verbrachten ereignisreiche Tage in der Volksmusikakademie in Freyung

„Schee muass‘ geh, ja schee muass‘ geh, oder i geh hoam, geh hoam!“, schallte es fröhlich durch die Räume der Volksmusikakademie in Freyung. Aber hoam wollten die knapp vierzig Viertklässler der Grundschule Velden nicht so schnell. Denn bei ihrem dreitägigen Aufenthalt im Rahmen des Projekts „Volksmusik macht Schule“ tauchten die Kinder der Klassen 4a und 4b nicht nur in neue musikalische Welten ein, sondern genossen darüber hinaus ein umfangreiches Freizeitprogramm vor traumhafter Bayerwaldkulisse.

Fußtuba und Nachschlaghände: Wie man mit einfachen Mitteln einen boarischen Rhythmus erzeugt, vermittelten Thomas Graf und Sebastian Hackl, überregional bekannt als Wirtshausmusiker Tom & Basti, mit viel Herz- und Musikerblut. Unter ihrer und der Anleitung der Harfinistin Marie-Theres Fehringer und des Musiklehrers Dominik Hilgart kamen die Kinder und Lehrkräfte in den Genuss musikalischer Sternstunden. Die Freude und die Leidenschaft, die die Profis beim Musizieren versprühten, sprangen sofort auf die Gruppe über. Zahlreiche hochwertige und für Kinderhände passende Instrumente standen in der Volksmusikakademie zum Ausprobieren bereit: Boomwhackers, Gitarren, Harfen, die Quetsche, Trompeten, Tuba, Posaune und Alphörner – Instrumente, die speziell in der Volksmusik verwendet werden, durften die Kinder erproben. In den wunderbaren Räumlichkeiten der Volksmusikakademie Bayern im Zentrum von Freyung führten die Dozenten kindgerecht an das Singen, Tanzen und Musi spuin heran. Die Kinder erlernten Lieder wie „Sepp, Depp, Hennadreck“, „Hintn bei da Stodltür“, „Hans, bleib do“ und tanzten einen Boarischen auf die Melodie vom „Siebenschritt“. Am Ende jeder musikalischen Einheit war die Freude über die gemeinsamen Erfolgserlebnisse groß und bei vielen Viertklässlern die Motivation zum Erlernen eines Instrumentes geweckt.

Begeistert waren die Schüler auch vom kulturellen Rahmenprogramm: Im Jagd-Land-Fluss Museum Schloss Wolfstein begegneten sie zahlreichen Fischarten, die in den Gewässern des Bayerischen Waldes leben, außerdem den tierischen Grenzgängern Luchs, Elch und Habichtkauz, die den Wald schon verlassen hatten und wieder zurückgekehrt sind. Viele interaktive Stationen luden zum Erforschen und Entdecken ein. Springe ich so weit wie ein Luchs? Höre ich so gut wie eine Fledermaus? Wie fühlt man sich im Gewand eines Fürstbischofs? Sogar ein Pirschgang durch den dunklen Wald erwartete die jungen Besucher.  

Auf dem Baumwipfelpfad in Neuschönau erlebte die Reisegruppe den Wald aus einer völlig neuen Perspektive. Mit einer Gesamtlänge von 1300 Metern und einer Höhe bis 25 Meter schlängelt sich der Baumwipfelpfad durch Buchen, Tannen und Fichten. Stufenlos kam man den Baumkronen Stück für Stück näher. Zahlreiche Erlebnisstationen und die Erläuterungen eines Waldführers luden in luftiger Höhe zum Verweilen ein. Auf dem Höhepunkt des Pfads, dem 44 Meter hohen Baum-Ei wurde man mit einem einzigartigen Blick über den Nationalpark belohnt.

Spektakulär und spannend ging es in der Westernstadt Pullman City zu. Die Kinder verfolgten eine Wild West Show und vergnügten sich auf dem großen Abenteuerspielplatz.

Die Abende verbrachte man auf dem Spielplatz vor der Akademie, beim Fußballspielen, mit einem Spaziergang zur Eisdiele und beim gemeinsamen Singen. Die Klassenleiterinnen Iris Lautenbacher (4a), Martina Halser (4b) und Walter Kampf, ehemaliger Lehrer der Grund- und Mittelschule Velden, fuhren mit einer musik- und bayerwaldbegeisterten Gruppe wieder in die Heimat zurück. Und alle waren sich einig: Wunderschee is‘ ganga!

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