Grund- und Mittelschule Velden

Mit Abstand und Anstand

von Roland Regahl

23 Mittelschüler feiern etwas anderen Abschied

Es war ein außergewöhnliches Schuljahr und folglich auch eine etwas andere Abschlussveranstaltung. 23 Jugendliche feierten am Freitag Abschied von der Mittelschule Velden. 79 Prozent der Teilnehmer bestanden den „Quali“, der trotz Corona im üblichen Rahmen blieb.

Der von Edith Häußler und Eva Erb gehaltene Gottesdienst hatte das Thema „Gott begleitet die Kapitel meines Lebens“. Das Leben ist ein handgeschriebenes Buch mit vielen Kapiteln. Eines davon, die neunjährige Schulzeit, geht nun zu Ende. Mit dem überreichten goldenen Stift sollen die Jugendlichen nun die nächsten Kapitel schreiben.

Klassenlehrer Michael Gangl ging in seiner Rede in der Aula zunächst auf die besonderen Umstände des Schuljahres 2019/20 ein. Bis zum März habe man noch intensiv für diverse Ausflüge und vor allem für die Abschlussfahrt geplant, habe mit unterschiedlichen Aktivitäten versucht, Geld für Berlin zu sammeln, doch dann kam alles anders. Die bayerischen Schulen wurden am 16. März geschlossen, was bei den Schülern eher Verunsicherung als Freude hervorrief. Der Lockdown habe vor allem die Jugendlichen hart getroffen: Persönliche soziale Kontakte waren verboten, man durfte nur zu besonderen Anlässen nach draußen und als selbstverständlich erachtete Freiheiten waren außer Kraft gesetzt. Später musste man weitere schulische Einschränkungen hinnehmen: kein Tanzkurs, kein Abschlussball, keine Abschlussfahrt oder kein Abschlusspulli.

Andererseits führte er den Mädchen und Jungen auch die positiven Seiten vor Augen. Telefonieren mit Freunden wurde wieder wichtig, man hatte mehr Zeit für die Familie und kochte miteinander, man gelangte zur Einsicht, dass Shoppen nicht lebensnotwendig sei und man lernte die Freiheiten schätzen. Vor allem gelangten viele zur Einsicht, dass Schule überhaupt nicht so schlimm ist. Ganz im Gegenteil, wie man Äußerungen wie „Bin ich froh, dass wieder Unterricht ist“ entnehmen kann.

Gangl betonte, dass seine Schützlinge nun ihr Leben selbst in die Hand nehmen, einen eigenen Lebensweg finden müssten. Dabei habe seiner Ansicht nach die vierwöchige Zeit des Home-Schoolings eher geholfen. Die Schüler hätten sich pflichtbewusst gezeigt und zuhause kontinuierlich gearbeitet. Sie seien selbstbewusster, engagierter und organisierter geworden. Dabei richtete der Lehrer seinen Dank auch an die Eltern, die ihre Kinder in dieser Phase unterstützt und wenn nötig auch Druck ausgeübt haben. Zum Schluss wünschte er den Schülern, dass sie ihre Ziele erreichen, die richtigen Entscheidungen getroffen haben und diese auch einmal korrigieren, verständnisvolle Ausbilder und vor allem Gesundheit.

Bei der Zeugnisverteilung übergab er allen Beteiligten, eine Schwimmnudel, auch Finisher-Spaghetti genannt, mit der man problemlos alle Abstandsregeln einhalten könne und auf der man wie auf einem Abschluss-Shirt auch unterschreiben könne. Schulleiterin Sibylle Wallner dankte Michael Gangl für sein engagiertes Wirken. In den beiden Schuljahren habe er die Klasse zu einer Gemeinschaft zusammengeführt, motiviert und auch intensiv digital betreut. Dank gebührt auch den Eltern und Klassensprechern. Sie wünschte ebenfalls alles Gute für die Zukunft.

Die Direktorin lobte die Schüler für ihre Anstrengungsbereitschaft, denn im „Quali“ wurden keine Abstriche gemacht. Er wurde vom Ministerium so übernommen wie ursprünglich vorgesehen. Einen geschenkten „Corona-Quali“ gab es nicht. Von den 23 Jugendlichen haben sich 19 der besonderen Prüfung unterzogen, von denen 15 erfolgreich waren. Fabian Niedermeier als Schulbester und Emilie Lang sowie Carina Schütz mit gleichem Durchschnitt wurden von der Schulleiterin besonders geehrt und erhielten Gutscheine des Schulverbandes. Mit einem Fototermin ging eine etwas andere Verabschiedung zu Ende.

 

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