Grund- und Mittelschule Velden

„Europa wählt“ – Kindernachrichten aus Velden

von Roland Regahl

Reporterteam des Bayerischen Rundfunks zu Besuch in der Klasse 4b 

„Zu Velden sogn mia eigentlich Voin“ - bei ihrem Radioauftritt im Rahmen der „klaro“-Kindernachrichten des Bayerischen Rundfunks bekannten sich die Kinder der Klasse 4b der Grundschule Velden klar zum Dialekt ihrer niederbayerischen Heimat - und zu Europa. Denn die unmittelbar bevorstehende EU-Wahl war Thema der Nachrichtensendung, die ein Reporterteam des BR am 23. Mai in ihrem Klassenzimmer aufzeichnete. Wöchentlich produziert der Bayerische Rundfunk zusammen mit vierten Klassen aus Bayern eine „klaro“-Sendung: Nachrichten von Kindern für Kinder. Dabei legen die Schüler fest, mit welchem aktuellen Ereignis sie die achtminütige Sendung gestalten wollen.

Gespannt erwarteten die Kinder der 4b die Redakteure Johannes Keller vom Kinderfunk und Olivia Baumeister aus der Nachrichtenredaktion des Bayerischen Rundfunks. Die beiden Redakteure stellten zunächst sich und ihre Tätigkeit beim BR vor, bevor sie Tonmaterial und Kinderfragen rund um die Europawahl aufzeichneten. „Es muss leise sein“, erklärte Olivia Baumeister, als sie den Kindern eine kurze Einweisung in die Handhabung der blauen BR-Mikrofone gab, „denn das Gerät zeichnet auch Hintergrundgeräusche auf“. Die Reporter milderten aber auch die Nervosität der Kinder, indem sie ihnen erklärten, dass mit Hilfe moderner Technik Versprecher, Geräusche und Pausen „herausgeschnitten“ und Satzteile wieder zusammengefügt werden können. Dennoch mussten die Viertklässler erfahren, dass die Produktion einer Radiosendung viel Konzentration, Zeit und Geduld erfordert, bis jeder Satz so aufgezeichnet ist, dass er „on air“ gehen kann.

Im Unterricht und auch zuhause hatten sich die Kinder mit dem Thema „Europa wählt“ auseinandergesetzt und für die Aufzeichnung vorbereitet. Sie stöberten in Zeitungen, schauten Nachrichten im Fernsehen an und recherchierten im Internet. Johannes Keller ermunterte die jungen Reporter all das ins Aufnahmegerät zu sprechen, was sie zur Europäischen Union und den bevorstehenden Wahlen wussten. Und das war eine ganze Menge. Dass Deutschland als größtes EU-Land die meisten Abgeordneten stellt und die Wahlen in den 28 Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlich ablaufen. Das beginnt schon beim Wahltag. Und auch beim Wahlalter gibt es Unterschiede. Während in den meisten Ländern erst ab 18 Jahren gewählt werden darf, dürfen in Österreich und Malta schon die 16-Jährigen wählen. Dass die EU viele Gesetze und Verordnungen auf den Weg bringt, die sogar bis in bayerische Klassenzimmer reichen, wussten die Kinder ebenfalls. Und dass mit Manfred Weber erstmals ein Deutscher und Niederbayer für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten kandidiert, fanden sie „cool“. Auch Fragen der Viertklässler wurden aufgezeichnet: „Warum wählt Großbritannien, wenn das Land eigentlich aus der EU austreten will?“, „Was geschieht, wenn Mitgliedsländer sich nicht an die EU-Gesetze halten?“ oder „Wofür stehen die zwölf Sterne in der EU-Flagge?“ In der Sendung „radioMikro“ in Bayern 2, in der die Kindernachrichten am darauffolgenden Tag liefen, wurden die Fragen von einem Hörfunk-Korrespondenten aus Brüssel und einem Mitarbeiter des EU-Parlaments kindgerecht beantwortet und der Klasse 4b auch ein Musikwunsch erfüllt.

Und nach der Aufzeichnung? Mit viel Aufnahmematerial im Gepäck reiste das BR-Team wieder nach München, um die O-Töne zu bearbeiten und die Experten zuzuschalten. Und die Kinder? Sie warteten schon gespannt darauf, ihre Radiostimmen bei den europäischen Nachrichten zu hören – im Dialekt ihrer niederbayerischen Heimat.

Die Sendung ist auf der Homepage des BR als Podcast zu hören.

https://www.br.de/kinder/hoeren/klaro/europawahl-2019-klaro-nachrichten-fuer-kinder-100.html

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