Grund- und Mittelschule Velden

Der richtige Schutz des Igels

von Roland Regahl

Vortrag für die zweiten Klassen

Einige Igel sind trotz frostiger Temperaturen noch auf Nahrungssuche, da ihnen die notwendigen Fettreserven für den Winterschlaf fehlen. Viele Igelfinder stellen richtigerweise fest, dass die Stachelritter in dieser Situation ohne menschliches Zutun kaum eine Überlebenschance haben. Insofern hat es sich der Landesbund für Vogelschutz (LBV) mit seinem Bürgerprojekt „Igel in Bayern“ zur Aufgabe gemacht, Schutzmaßnahmen für das beliebte Stacheltier abzuleiten und die Bevölkerung so früh als möglich dafür zu sensibilisieren. Als positives Beispiel ist die Grund- und Mittelschule Velden/Vils anzuführen, die für ihre zweiten Klassen im Rahmen des Heimat- und Sachkundeunterrichts kürzlich einen Igel-Vortrag realisiert hat.

LBV-Igelberater Maximilian Auerfolgte dieser Einladung und erarbeitete mit den Kindern zusammen eine Checkliste, wie ein igelfreundlicher Garten aussehen sollte. Dabei wies er insbesondere auf ungeeignete Gartenarbeiten im Herbst, die Gefahren ungesicherter Teiche, Kellertreppen oder Schächte hin. Die erarbeitete Checkliste mündete sodann im Appell, möglichst viel Nistmaterial wie Laub, Schilf oder Stroh in den Gärten liegen zu lassen. Nur so kann der heimische Winterschläfer die kalten Monate im Garten unbeschwert verschlafen.

Bei sämtlichen Überlegungen floss das Vorwissen der Schüler mit ein und wurde um relevante Details ergänzt. So lernten die Kinder im zweiten Teil wichtige Parameter kennen, woran sie einen hilfsbedürftigen Igel im Spätherbst erkennen. Igelberater Auer gab dennoch zu bedenken, dass im Herbst nicht jeder Igel unkontrolliert eingesammelt werden darf. Dagegen ist eine regelmäßige Futterspende im Herbst zu befürworten, wodurch den Jungtieren insbesondere mit gegartem Rinderhack, Katzennassfutter mit hohem Fleischanteil oder beigemengtem Rührei geholfen werden kann. Von einer Ganzjahresfütterung und Trockenfutter ist dagegen dringend abzuraten. DieKinder erfuhren, dass ausschließlich kranke beziehungsweise verletzte Igel sowie Stachelritter, die nach Wintereinbruch unter 500 Gramm wiegen, nach vorangestellter Beobachtung einer menschlichen Obhut bedürfen. Insofern ist es ratsam, wenn Igelfinder bei all ihren Entscheidungen im Vorfeld eine fachkundige Igel-Beratungsstelle miteinbeziehen.

Den Schülern konnte mittels einer altersgerechten Präsentation sowie Filmausschnitten gezeigt werden, wie ein igelfreundlicher Garten aussieht. Zudem lassen sich einige der vorgestellten Schutzmaßnahmen von den Kindern selbstständig umsetzen, die neben Spaß einen ebenso wertvollen Beitrag zur Lebensraumerhaltung leisten. Indes kann dem heimischen Wildtier auf lange Sicht nur durch die Vernetzung von Grundstücken, die Bereitstellung von natürlichen Unterschlupfmöglichkeiten und der Schaffung von strukturreichen wie auch insektenfreundlichen Gärten mit Blühhecken geholfen werden, weshalb Auer seine Ausführungen mit dem Appell „Der Igel braucht einen Platz in unseren Herzen – und vor allem in unseren Gärten“ schloss.

Weitere nützliche Tipps, die Bauanleitung für Igelwohnungen, Menüvorschläge und Informationen rund um das Projekt „Igel-in-Bayern“ sind unter www.igel-in-bayern.de zu finden.

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