Grund- und Mittelschule Velden

Betretenes Schweigen und Kopfschütteln

von Roland Regahl

Kürzlich besuchten die achte und neunte Klasse der Mittelschule Velden im Rahmen des GSE-und Religionsunterrichts die KZ-Gedenkstätte in Dachau und erhielten erschütternde Einblicke in das Terrorsystem des 1933 als Modell eingerichteten Lagers. Den interessierten Schüler gingen die Worte und Bilder ziemlich nahe, denn an manchen Stationen herrschte betretenes Schweigen und bisweilen auch Kopfschütteln.
Die Lehrer Michael Gangl und Roland Regahl verstanden es, an ausgewählten Standort wesentliche Fakten und Schicksale kurz und prägnant darzustellen. So folgten die Schüler ihrem Vortrag aufmerksam und konzentriert. Lange informierten sie sich auch mittels der zahlreichen Schautafeln. Dachau galt als Vorbild für alle späteren Konzentrationslager und wurde zunächst für innenpolitische Gegner, später auch für Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas oder Homosexuelle und nach Kriegsbeginn für circa 200.000 Kriegsgefangene aufgebaut.
Die Lehrer verdeutlichten den Kindern, dass die Häftlinge im Schubraum, wo ihre Personalien auf- und alle persönliche Habe abgenommen wurden, sämtliche Rechte und Freiheiten verloren und fortan nur noch als Nummern existierten. Einen besonderen Eindruck hinterließ auch das Bad, in dem die Insassen kahl geschoren wurden und in ein Becken mit brennenden Desinfektionsmitteln tauchen mussten. Anschließend informierten sich die Schüler anhand der Schautafeln und Videosequenzen weitgehend selbständig über das Leben im Lager. Spezielle Hinweise erhielten sie jedoch über das Strafensystem, das von Bunkerhaft, über Prügelstrafe und tagelangem Strafestehen bis hin zum gefürchteten Pfahlhängen reichte, wobei der Willkür der SS-Leute keine Grenzen gesetzt waren, sowie über die verschiedenen medizinischen Versuche.
Vor der Besichtigung der 136 Einzelzellen im Bunker machte der 22-minütige Film die Jungen und Mädchen ganz besonders betroffen. Danach erfuhren sie Einzelheiten über den Appellplatz. Von den ehemals 34 Baracken wurden zwei als Demonstrationsobjekte nachgebaut, sodass die beengten und unzumutbaren "Wohnverhältnisse" für Kopfschütteln sorgten. Anschließend führte der Rundgang durch die beiden Krematorien, deren Brennöfen am Ende die vielen Toten nicht mehr aufnehmen konnten. So fanden die Amerikaner, als sie am 29. April 1945 die verbliebenen 30.000 Gefangenen befreiten, ganze Berge von aufgestapelten Leichen.
Am Ende ging es zum internationalen Mahnmal, eine Skulptur von Nandor Glid. Als am Ende die Frage gestellt wurde, weshalb man eigentlich nach Dachau fahren müsse, konnten die Schüler schnell die Antwort finden: "Nie wieder" - stand da in fünf Sprachen geschrieben.

 

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