Besuch der KZ- Gedenkstätte Dachau
von Administrator
Betretenes Schweigen und Kopfschütteln
Am vergangenen Dienstag besuchten die achte und neunte Klasse der Mittelschule Velden im Rahmen des GPG- und Religionsunterrichts die KZ-Gedenkstätte in Dachau und erhielten erschütternde Einblicke in das Terrorsystem des 1933 als Modell eingerichteten Lagers.
Den interessierten Schülern gingen die Worte und Bilder ziemlich nahe, denn an manchen Stationen herrschte betretenes Schweigen und bisweilen auch Kopfschütteln.
Den begleitenden Lehrkräften Regahl und Gangl gelang es, an ausgewählten Standorten wesentliche Fakten und Schicksale kurz und prägnant darzustellen. So folgten die Schüler den Erklärungen der Lehrer aufmerksam und konzentriert. Lange informierten sie sich auch mittels der zahlreichen Schautafeln.
Dachau galt als Vorbild für alle späteren Konzentrationslager und wurde zunächst für 5000 innenpolitische Gegner, später auch für Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas oder Homosexuelle und nach Kriegsbeginn für Kriegsgefangene aufgebaut.
Die Lehrer verdeutlichten den Kindern, dass die Häftlinge im Schubraum, wo ihre Personalien auf- und alle persönliche Habe abgenommen wurden, sämtliche Rechte und Freiheiten verloren und fortan nur noch als Nummern existierten. Einen besonderen Eindruck hinterließ auch das Bad, in dem die Insassen kahlgeschoren wurden und in ein Becken mit brennenden Desinfektionsmitteln tauchen mussten. Anschließend informierten sich die Schüler anhand der Schautafeln und Videosequenzen weitgehend selbständig über das Leben im Lager. Spezielle Hinweise erhielten sie jedoch über das Strafensystem, das von Bunkerhaft, über Prügelstrafe und tagelangem Strafestehen bis hin zum gefürchteten Pfahlhängen reichte, wobei der Willkür der SS-Leute keine Grenzen gesetzt waren, sowie über die verschiedenen medizinischen Versuche.
Vor der Besichtigung der 136 Einzelzellen im Bunker machte der Kurzfilm zur Befreiung des Lagers 1945 die Jungen und Mädchen ganz besonders betroffen. Danach erfuhren sie Einzelheiten über den Appellplatz, auf dem die Mädchen und Jungen bei winterlichem Wetter bereits nach wenigen Minuten zu frieren begannen. Von den ehemals 34 Baracken wurden zwei als Demonstrationsobjekte nachgebaut, sodass die beengten und unzumutbaren "Wohnverhältnisse" für Kopfschütteln sorgten. Anschließend führte der Rundgang durch die beiden Krematorien, deren Brennöfen am Ende die vielen Toten nicht mehr aufnehmen konnten. So fanden die Amerikaner, als sie am 29. April 1945 die verbliebenen 30.000 Gefangenen befreiten, ganze Berge von aufgestapelten Leichen.
Am Ende ging es zum internationalen Mahnmal, eine Skulptur von Nandor Glid. Als Herr Gangl am Ende die Frage stellte, weshalb man eigentlich nach Dachau fahren müsse, konnten die Schüler schnell die Antwort finden: "Nie wieder" - stand da in fünf Sprachen geschrieben.
