Grund- und Mittelschule Velden

Abschluss mit Überraschung

von Roland Regahl

Erfolgreiche Neuntklässler verabschiedet

Am Donnerstagabend wurden 18 Neuntklässler der Mitteschule in der neuen Turnhalle verabschiedet. Dass der sympathische Jahrgang am Ende so erfolgreich sein würde -87,5% bestanden den Qualifizierenden Mittelschulabschluss-, war für Klassenlehrer Michael Gangl eine Überraschung.

Nach einem von Tobias Rother gehaltenen und von Religionslehrerin Eva Erb vorbereiteten Gottesdienst konnte Schulleiterin Sibylle Wallner neben einigen Ehrengästen und Lehrkräften die Abschlussschüler und deren zahlreich erschienene Eltern und Verwandte begrüßen. Sie beglückwünschte ebenso wie Neufraunhofens Bürgermeister Anton Maier, die Vorsitzende des Fördervereins Simone Beck und Klassenelternsprecherin Evi Zehetbauer die Jugendlichen zu ihrem mehr als respektablen Ergebnis und forderte sie auf, auch in dem kommenden Lebensabschnitt der beruflichen Ausbildung ihr Bestes zu geben.

Michael Gangl baute seine Abschiedsrede rund um das berühmte Überraschungsei auf, dessen Werbeslogan „Spiel, Spaß und Spannung“ verspricht. Denn das vergangene Schuljahr war geprägt von einigen Überraschungen. Als positive Entwicklung stellte er heraus, dass man -anders als in der achten Klasse- von einer Phase des Homeschoolings verschont geblieben sei. Schließlich war das halbjährige Lernen von zuhause eine wirkliche Herausforderung. Für Spannung sorgte auch das neue Prüfungsformat des „Qualis“, das zum ersten Mal gemeistert werden musste. Zu Beginn des Schuljahres verstanden es seine Schüler allerdings, einen „tsunamihaften“ und an den Nerven zehrenden Spanungsbogen aufzubauen. „50%, maximal 60%“ war seine damalige Einschätzung, wenn er von Kollegen nach den Erfolgsaussichten beim „Quali“ gefragt wurde. Die Motivation seiner Klasse hielt sich anfangs noch in Grenzen. Sprüche wie „Ja für des, dass i nix glernt hob, is a Vierer doch ned schlecht!“, konnte er so oder in ähnlicher Form wiederholt vernehmen.

Das Überraschungsei verspricht neben Spannung aber auch Spiel und Spaß. Und den hatten nicht nur die Schüler miteinander, sondern auch die Lehrer, die in der Klasse unterrichten durften („Mensch, das ist ja ein netter Haufen!“). Auch bei gelegentlichen internen Reibereien raufte man sich zusammen und verhielt sich schon überraschend erwachsen. Statt der sonst üblichen Abschlussfahrt nach Berlin hatten die Mädchen und Jungs nach den anstrengenden Prüfungswochen viel Spaß bei drei Tagesausflügen. Ziele waren der Donaudurchbruch bei Kehlheim der Waldwipfelweg bei Sankt Englmar und als absoluter Höhepunkt die Fahrt mit der Zugspitzbahn auf den höchsten Berg Deutschlands, von dessen Plateau aus bei strahlendem Sonnenschein die wunderbare Aussicht genossen wurde.

Dass der Jahrgang jedoch keineswegs dem Klischée einer unmotivierten Spaßgeneration entsprach, wie anfänglich vielleicht noch vermutet werden konnte, stellten die erzielten Ergebnisse unter Beweis. Genau wie man sich auf den Geschmack der Schokolade des Überraschungseis verlassen kann, war auf die Schüler Verlass. Bereits vor der eigentlichen Vorbereitungsphase zeigten sie, dass sie die Prüfung unbedingt erfolgreich absolvieren wollten. Man bereitete sich langfristig, gezielt und konzentriert auf Leistungserhebungen vor und war letztlich enttäuscht, wenn dabei nur eine Drei herauskam. Fehlende Hefteinträge wurden ohne Aufforderung lückenlos nachgeschrieben und Bewerbungen selbständig verfasst, was die gute Versorgung mit Ausbildungsplätzen bestätigt. Auch die Pfingstferien wurden genutzt, um sich intensiv vorzubereiten. Diese beständige und manchem wohl schwer gefallene Arbeit hat sich schließlich ausgezahlt. So darf der hohe Prozentsatz von 87,5% bestandener Abschlussprüfungen durchaus als Überraschung angesehen werden. Neben 14 Schülern der Mittelschule Velden haben auch zwei „Externe“ das besondere Zertifikat erhalten. Nach der mit Spannung erwarteten Zeugnisüberreichung durch Michael Gangl und Schulleiterin Sibylle Wallner ehrten Simone Beck und Anton Maier die drei besten Schüler mit einem kleinen Präsent. Mit einem Durchschnitt von 1,2 überzeugte Mihails Tocilins ebenso wie Ulich Kronseder (1,6) und Rafael Zehetbauer (1,7) besonders. Mit einigen Wünschen entließ Klassleiter Michael Gangl seine nun ehemaligen Schüler in den neuen Lebensabschnitt.

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